ab März 2021

Schließung des Museums und Einlagerung der Objekte

Jetzt in der Stadt, statt im Museum

Mit der Einrichtung des Bauzauns vor dem Stadtmuseum Oldenburg fiel am Mittwoch, 12. Mai, der Startschuss für die Kampagne „Museum findet Stadt“. Aufgrund des Abrisses und Neubaus wird das Stadtmuseum für die nächsten Jahre geschlossen bleiben und geht mit seinen Projekten, Veranstaltungen und Ausstellungen stattdessen in den öffentlichen Raum, ganz nach dem Motto: Jetzt in der Stadt, statt im Museum.
Gleichzeitig mit dem Start von „Museum findet Stadt“ wird das neue Corporate Design und die Außenkommunikation des Stadtmuseums vorgestellt, bestehend aus einem neuen Logo, einer Hausschrift und der Hausfarbe Orange. Gegenwartsorientierung und demokratische Anmutung sollen hiermit vermittelt werden und die Absicht unterstrichen werden, ein Museum für alle Oldenburgerinnen und Oldenburger zu sein.

Die Webseite www.museum-findet-stadt.de wird als zentrale Anlaufstelle für das Stadtmuseum während der Schließzeit bis zur Neueröffnung dienen. Informationen über aktuelle Projekte, Veranstaltungen, Ausstellungen, den Bauverlauf, die Projekträume in Leerständen, Mitmachmöglichkeiten und mehr sind unter dieser Adresse zu finden.

 

Das Museum wird ausgeräumt

Während sich das Programm des Stadtmuseums in die Stadt verlagert, werden das Museum und die historischen Villen ausgeräumt. Die Skulpturen, Keramiken und weitere Kleinbjekte aus der historischen Dauerausstellung in den Villen werden in Kisten gepackt und in die externen Lagerräume des Stadtmuseums transportiert. Für viele Objekte mussten eigens Holzkisten angefertigt werden, um sie sicher zu verpacken. Die Gemälde wandern in das ständige Gemäldemagazin. Das Mobiliar wird im Oktober unter Begleitung von Museumspersonal von einer Fachfirma verpackt und extern eingelagert, weil die Kapazitäten im Außendepot dafür nicht ausreichen. Schränke, Stühle, Tische und vieles mehr werden so nummeriert, dass sie bei Wiedereinrichtung der Räume direkt an ihren ehemaligen Standort zurück gebracht werden, um unnötige Transporte zu vermeiden. "Insgesamt ist eine umfangreiche und detaillierte Dokumentation in Form von Fotos und Listen wichtig, um bei Wiedereinrichtung die Übersicht zu behalten, aber auch im Depot Objekte auffindbar zu machen und einzelne Objekte, die zum Beispiel in die Restaurierung gehen, so zu lagern, dass sie bei Bedarf aus der Einlagerung geholt werden können", erklärt Sammlungsleiterin Franziska Boegehold-Gude.

 

Funde

Darüber hinaus werden sämtliche Objekte in den Neben- und Lagerräumen im musealen Komplex dokumentiert, verpackt und nach und nach ins Außendepot transportiert. Viele Kartons sind schon gepackt, unter anderem ein Großteil der Bibliotheksbestände, während andere Bereiche aktuell gesichtet werden. Dabei werden immer wieder überraschende Funde gemacht oder Objekte zum ersten Mal umfassend dokumentiert und so für die zukünfte Nutzung, zum Beispiel im Rahmen der neuen Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, vorbereitet. Ein besonderer Fund ist ein bisher unentdeckter Raum in den Fracksen-Villen. Nach der ersten Sichtung wurde deutlich, dass der zuvor unbekannte Abstellraum über Jahrzehnte nicht betreten worden war und die gelagerten Objekte wahrlich ein historischer Schatz sind. Insgesamt kamen im Laufe der Bergung des Schatzes neben Möbeln und Fliesen die Einzelteile eines beeindruckenden Kachelofens zu Tage. Die knapp 150 Teile des Ofens waren offensichtlich fachmännisch abmontiert worden und standen uns nun quasi in Form eines 3D-Puzzles zur Verfügung. Mehr erfahren Sie hier >>

 

Restaurierung

Zur Vorbereitung der Restaurierung der Villen wurden Begutachtungen von Restauratorinnen und Restauratoren verschiedener Fachrichtungen vorgenommen. Wände, Tapeten, Decke, Holz, Stein und Textilien werden sorgfältig begutachtet. Über mehrere Wochen wurden Beprobungen vorgenommen, um den Erhaltungszustand der Dekorationen, Wandbehänge, Bodenfliesen und vielem mehr zu prüfen und herauszuarbeiten, welche Schicht der Wandfarbe beispielsweise original auf die Zeit der Museumsgründung zurück geht. Ziel der restauratorischen Maßnahmen ist es, in weiten Teilen die Anmutung aus der Zeit der Museumsgründung zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen. In den Räumen, in denen das nicht möglich ist, weil beispielsweise keine frühere Farbschicht erhalten ist, die Aufschluss geben könnte, wird in Absprache mit der Denkmalpflege der aktuelle museale Zustand erhalten. Spannend zu sehen ist, wie überall in den Villen kleine Freilegungen die verschiedenen Zeitschichten zeigen, zum Beispiel eine frühere Tapete oder eine Musterbemalung, die aber nie umgesetzt worden ist, wie historische Fotos belegen. Die Kombination aus historischem Bildmaterial und den restauratorischen Arbeiten lassen in vielen Fällen die Ausgestaltung bei Museumsgründung wieder aufscheinen.