Ausstellung vom 13. bis 26. Mai 2024

Artothek Oldenburg präsentiert neue Editionen der Griffelkunst

In der Artothek Oldenburg wird vom 13. bis 26. Mai 2024 die Ausstellung mit den neuen Druckgrafiken der Griffelkunst-Vereinigung präsentiert, zu der alle Kunstinteressierten herzlich eingeladen sind. In Deutschland gehören 4500 Mitglieder der Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e.V. an, darunter befinden sich auch zahlreiche Grafikbegeisterte aus der Stadt Oldenburg. Jedes Jahr wählt eine hochkarätig besetzte Jury zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler aus, Druckgrafiken für die Griffelkunst-Vereinigung zu gestalten. Diese erscheinen im Frühjahr und im Herbst und werden an 80 Ausstellungsorten in ganz Deutschland wie der Artothek Oldenburg präsentiert.

„Das Bewusstsein für künstlerische Grafik wurde dieses Frühjahr in der Öffentlichkeit gezielt durch den bundesweiten Tag der Druckkunst gestärkt, der seit 2018 jährlich an die Auszeichnung der Deutschen UNESCO-Kommission als immatrielles Kulturerbe erinnert“, sagt Artotheksleiterin Dr. Sabine Isensee. „In der aktuellen Ausstellung zeigen zehn Künstlerinnen und Künstler eine spannende Vielfalt druckgrafischer Techniken. Das Spektrum reicht von Lithografien, Siebdrucken und Radierungen, über Inkjet-Prints und Fotografien bis hin zu digitalen Offsetdrucken und geplotteten Handzeichnungen.“

Die Druckgrafiken

In der Ausstellung sind insgesamt 45 Druckgrafiken zu erleben. Der Wiener Grafiker Heimo Zobernig, dessen Werke bereits auf der Biennale von Venedig, im Museum of Modern Art in New York oder auf der Documenta in Kassel zu sehen waren, spielt in seinen Inkjet-Prints mit geometrischen Formen, deren Silhouette er zuvor mit Lackspray auf das Papier sprühte. Die Lithografien des Leipziger Künstlers Benedikt Leonhardt gehen auf Fotografien zurück, die er für den Druck in verschiedenen Schichten aufgelöst und dann mit der Airbrush-Technik auf den Lithostein aufgetragen hat. Die Japanische Künstlerin Asana Fujikawa erzählt in ihren Farbradierungen märchenhafte Geschichten, die von den Mythen ihres Heimatlandes inspiriert sind. Die in Berlin lebende Künstlerin Caroline Kryzecki, die bei Daniel Richter, Anselm Reyle und Robert Lucander an der Universität der Künste Berlin studiert hat, hat experimentelle Lithografien mit sich verdichtenden Mustern geschaffen.

Madame d´Ora (1881-1963), geboren als Dora Kallmus in Wien, zählt zu den wichtigsten Mode- und Gesellschaftsfotografinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Aus ihrem Nachlass wurden sechs schwarz-weiß-Fotografien editiert, die bekannte Porträts und Akte der damaligen High Society wie Schauspielerin Josephine Baker und Tänzerin Rigmor Rasmussen zeigen. Der libanesisch-amerikanische Künstler Walid Raad verbindet in seinen Offsetdrucken Fakten mit Fiktionen, indem er Rezepte der berühmten Köchin Ramza verarbeitet, die während des libanesischen Bürgerkrieges versuchte, durch besondere Speisen einen Beitrag zum Frieden zu leisten. Der US-amerikanische Künstler Mark Dion hat naturwissenschaftliche Schautafeln im Siebdruckverfahren auf Leinwände umgesetzt, die in ihrer Form an Schultafeln erinnern, jedoch nichts lehren, sondern erlernte Ordnungen in Frage stellen. Der niederländische Zeichner Marcel van Eeden, der Rektor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe ist, hat sich in seinen Lithografien auf die künstlerische Spurensuche des Schweizer Schriftstellers Robert Walser begeben. Margarete Lindau hingegen leitet die Druckwerkstatt an der Hochschule Darmstadt. Sie hat zwei virtuose Linolschnitte geschaffen, deren Motive an Flügelpaare oder ganze Schwärme von Vögeln erinnern. Katharina Hinsberg schließlich, die Professorin für Konzeptuelle Malerei an der Hochschule der bildenden Künste Saar ist, hat eine dreidimensionale Zeichnung aus einem Papierbogen herausgeschnitten, die eine poetische Bildwirkung von Netzstrukturen erzeugt.

Die Ausstellung kann vom 13. bis 26. Mai 2024, montags und donnerstags von 15 bis 19 Uhr in der Artothek Oldenburg, Peterstraße 1, besucht werden. Am Pfingstmontag bleibt die Artothek geschlossen.

Der Eintritt ist frei. Die Wahl und Ausgabe der Grafiken wird ehrenamtlich von Geraldine Dudek betreut und erfolgt am Samstag, 26. Mai von 10 bis 13 Uhr.