Vorhalle und Eingangstreppenhaus

Raum 25

Foto: Stadtmuseum
Vorhalle und Eingangstreppenhaus. Foto: Stadtmuseum

Das 1909/10 aufwendig neu gestaltete Eingangstreppenhaus im Stil des auf die Antike gerichteten Oldenburger Spätklassizismus, weist edle Materialien wie hellen Marmor, gemalte Wandfelder und Vergoldungen auf. Entsprechend dem Eingangsbereich der Francksen-Villa (Raum 6) sollte auch hier der repräsentative Gesamteindruck keinen Zweifel am Bildungsstand und Vermögen des Hausherrn aufkommen lassen. Im Kontrast hierzu ist die Vorhalle "altdeutsch" gestaltet mit der (nicht tragenden) Balkendecke, der "bäuerlichen" Dekorationsmalerei in der oberen Wandzone und den roten Bodenfliesen.

Den Raum beherrschend präsentiert sich das Triptychon "Die Bereitung des Flachses" von Bernhard Winter (1871–1964), das Theodor Francksen kurz nach seiner Entstehung (1905/06) erwarb und das als eindrückliches Zeugnis der niederdeutschen "Heimatkunstbewegung" gilt: Mit geradezu sakralem Pathos ist hier — in Zeiten zunehmender Industrialisierung, als traditionelle Familienstrukturen in agrarisch geprägten Regionen unter Druck gerieten und englische Import-Baumwolle die Textil-Produktion längst beherrschte — die überkommene Leinen-Herstellung im Kreis der ("heiligen") bäuerlichen Groß-Familie ins Bild gehoben.

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