Rote Halle

Raum 17

Foto: Stadtmuseum
Rote Halle. Foto: Stadtmuseum

Den zentralen Raum der Jürgens'schen Villa ließ Theodor Francksen 1909/10 in historistischem Zugriff auf den Stil der niederdeutschen Spätrenaissance und des norddeutschen Frühbarock gestalten. Hier feierte er am 24. September 1910 im Verwandten- und Freundeskreis die Einweihung seines Privatmuseums (der "Villa Schartekenhausen", wie er es spöttisch-selbstironisch nannte).

Der Raum hat sich mit seinem Eichenparkett mit Eschen- und Palisandereinlagen, seiner Feldeinteilung der unteren Wandzone mit Seidendamast-Bespannung, dem gemalten Fries in der oberen Wandzone, seiner Kassettendecke (Holznachahmung in Stuck, bemalt und teilvergoldet) und seiner Fensterdekoration und –Verglasung noch im originalen Zustand erhalten.

Bemerkenswert von den eingebrachten Ausstattungsstücken sind die eichene Anrichte (sog. Richtebank, 1701) mit verschiedenen Gebrauchsgegenständen aus Zinn (Norddeutschland, 17./18. Jh.) und Fayence- und Porzellan-Tellern und –Platten (Holland, China, 17./18. Jh.), die Truhen (1701/18. Jh.) sowie das Pieter Leermans (1655–1706) zugeschriebene Gemälde "Die kleine Prinzessin" (Sophie Augusta Comtesse von Aldenburg?, Enkeltochter von Graf Anton Günther von Oldenburg, um 1680) und die von dem Konservator der großherzoglichen Gemäldegalerie Friedrich Sophus Diedrichs (1817–1893) um 1870 gefertigte Kopie eines vermeintlichen (?) Rembrandt-Gemäldes ("Alter Rabbiner", 1630/40).

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