Jugendstil-Arbeitszimmer

Raum 11

Foto: Stephan Meyer-Bergfeld
Theodor Francksens Jugendstil-Arbeitszimmer. Foto: Stephan Meyer-Bergfeld

In unverändertem Zustand geblieben ist das Arbeitszimmer, das Theodor Francksen 1903/04 einrichten ließ. Das Raumensemble, bestehend aus teils verglasten Bücherschränken, großem Schreibtisch, verschiedenen Sitzmöbeln, Marmor-Kamin und Holzvertäfelungen, ist einheitlich in ansprechenden Jugendstilformen gestaltet.

Passend dazu finden sich die Ornamente und Dekorationen aus einem Guss und mit Liebe zum Detail ausgeführt. So veranschaulichen die vier Stuckaturen in den Deckenzwickeln (Vogelnest, Eichhörnchen, Leseratte, Eule) symbolhaft die Eigenschaften des Hausherrn: Mildtätigkeit, Sammelleidenschaft, Wissbegierde und Klugheit.

Besonderen Aussagewert hat der fest installierte Bilderschmuck, nämlich drei von dem Oldenburger Künstler Ludwig Fischbeck (1866-1954) gefertigte Gemälde: Über dem Kamin ein sommerlicher Blick von Posillipo über den Golf von Neapel auf den Vesuv, über den zwei Türen Ansichten der beiden Francksen-Erbhöfe in der Wesermarsch (in Atens, heute Stadt Nordenham, und Hofswürden, heute Gemeinde Butjadingen). Diese bewusst angebrachte, bildhafte Gegenüberstellung markiert eindrücklich die beiden Lebenspole, zwischen denen sich Theodor Francksen in seinem nur 39-jährigen Leben bewegte: Dort das Fernweh, die sprichwörtliche Sehnsucht nach Italien, die Weltoffenheit – und hier der Wertekonservatismus, die Bodenständigkeit, die Liebe zur Oldenburgischen Heimat.

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