Biedermeierzimmer

Raum 19

Foto: Stadtmuseum
Biedermeierzimmer. Foto: Stadtmuseum

Das von Südwesten, durch die vergleichsweise große und mit luftigen Stores dekorierte Fensterfläche, einfallende Tageslicht erzeugt mit der hell gemusterten Tapete und der stuckierten und teilvergoldeten Decke eine heitere Raumatmosphäre. Verstärkt wird dies noch durch die hellen, holzsichtigen Möbel (Kirschbaum, furniert, 1820/40). Zusammen mit den weiteren Ausstattungs- und Versatzstücken ergibt sich eine stilistisch stimmige Einheit, die, um 1910 gestaltet, historisierend die Biedermeierzeit  der Jahre 1815 bis 1848 in den Blick nimmt. Damit harmonieren die Gemälde – die "Ansicht von Wangerooge" von Ludwig Philipp Strack (1769–1836) um 1830 und die spätbiedermeierlichen Portraits und Stillleben von Wilhelmine Mehrens (1811–1875).

Eine Besonderheit stellen die zeittypischen "Haarbilder" dar, aus Formdraht und menschlichem Haar hergestellte dreidimensionale Gebilde. Wie die Beispiele zeigen, wurden anstelle von Haaren auch andere Materialien verwendet: Gewürznelken, Kaffeebohnen, gefärbte Reiskörner. Mit Aufkommen der Fotografie geriet dieser bürgerliche Wandschmuck aus der Mode.

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