1. Juli bis 12. August 2018

Keramik im Pulverturm: Isabell Kamp – Capriccio

© (Isabell Kamp) VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Die diesjährige Preisträgerin Isabell Kamp verwandelt den mittelalterlichen Pulverturm in eine rätselhafte Rüstkammer. Im künstlerischen Spiel von Imitation und Irritation lotet die Hamburger Künstlerin unter dem Titel „Capriccio“ die sinnliche Materialität von Keramik aus und erhebt sie zum Sinnbild der menschlichen Kommunikation. 

Mit viel kreativem Eigensinn mischt Isabell Kamp in ihrer Installation wehrhafte Objekte und menschliche Körperteile, die faszinierend perfekt aus Keramik geschaffen sind. Helme, die aus verschlungenen Händen bestehen, Brust- und Rückenpanzer, die wie Torsi wirken oder Schilde, die so fragil erscheinen, dass sie keinerlei Schutz bieten. Außergewöhnlich ist die Ästhetik der keramischen Werke, die durch Lederschnallen, Schnüre und Metallscharniere einen ambivalenten Funktionscharakter entfalten und Spannung erzeugen. Medizinische, kriegerische und erotische Assoziationen werden geweckt, wobei unser Wahrnehmungsvermögen bewusst in der paradoxen Schwebe gehalten wird.

Öffnungszeiten des Pulverturms

Der Pulverturm hat während der Ausstellung vom 25. Juni bis 6. August 2017 geöffnet:

Freitags von 14 bis 17 Uhr
Samstags von 11 bis 17 Uhr
Sonntags von 11 bis 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.
 

  

Oldenburger Pulverturm

Foto: Stadtmuseum

Der unter Denkmalschutz stehende Pulverturm am Schloßwall ist das einzige noch erhaltene Bauwerk der Oldenburger Stadtbefestigung und wurde 1529 als Geschützturm erbaut. Im 18. und 19. Jahrhundert diente er als Pulvermagazin, woher sein Name rührt. Seit 1996 wird hier die Ausstellungsreihe „Keramik im Pulverturm“ präsentiert. Sie ist ein Forum der Künstlerförderung der Stadt Oldenburg, das jungen begabten Künstlern die Möglichkeit bietet, innovative Positionen der Keramik in einer Einzelausstellung vorzustellen.