1. Juli bis 12. August 2018

Keramik im Pulverturm: Isabell Kamp – Capriccio

Plakat zur Keramikausstellung von Isabell Kamp

Die diesjährige Preisträgerin Isabell Kamp verwandelt den mittelalterlichen Pulverturm in eine rätselhafte Rüstkammer. Im künstlerischen Spiel von Imitation und Irritation lotet die Hamburger Künstlerin die sinnliche Materialität von Keramik aus und erhebt sie zum Sinnbild der menschlichen Kommunikation. „Isabell Kamp ist eine Künstlerin mit viel kreativem Eigensinn, die in ihrer Installation ‘Capriccio’ wagemutig wehrhafte Objekte und menschliche Körperteile mischt, die faszinierend perfekt aus Keramik geschaffen sind. Ein Helm, der aus verschlungenen Händen besteht, ein Brust- und Rückenpanzer, der wie ein Torso wirkt, ein Schild, das so fragil erscheint, dass es keinerlei Schutz bietet und fragmentierte Köpfe, aus denen seltsame Kügelchen quellen“, beschreibt Sabine Isensee die Arbeitsweise der Künstlerin.

Die Ästhetik der keramischen Objekte ist außergewöhnlich, da sie durch Lederschnallen, Schnüre und Metallscharniere einen ambivalenten Funktionscharakter entfalten und Spannung erzeugen. Es werden medizinische, kriegerische und erotische Assoziationen geweckt, wobei das Wahrnehmungsvermögen des Betrachters bewusst in der paradoxen Schwebe gehalten wird. Durch die besondere Oberflächengestaltung mit malerischen Glasuren, die täuschend echt den Inkarnatton von menschlicher Haut nachahmen, erzielt Isabell Kamp eine subtile Körperlichkeit und Aussagekraft ihrer Werke. Sie sind herzlich eingeladen, die geheimnisvolle Rüstkammer von Isabell Kamp im Oldenburger Pulverturm zu erleben.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der im Pulverturm und im Museumsshop des Stadtmuseums Oldenburg erhältlich ist.

Foto: Isabell Kamp
Porträt Isabell Kamp. Foto: Isabell Kamp

Die Künstlerin
Isabell Kamp, 1980 in Bonn geboren, studierte von 2003 bis 2008 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Diplom 2008. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u.a. 2007 das Erasmus Stipendium am Edinburgh College of Art und 2012 den 1. Förderkunstpreis der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Seit 2004 Beteiligung an nationalen und internationalen Ausstellungen u.a. war sie mit ihren Werken in Hamburg, Frechen, Stuttgart, Bremen, Leipzig, Aarhus (DK), New York (USA), Tokio (Japan), London (England), Edinburgh (Schottland), Beijing (China) und Seoul (Korea) vertreten. Isabell Kamp lebt als freie Künstlerin in Hamburg.

Öffnungszeiten Pulverturm

Foto: Stadtmuseum

Der Pulverturm hat während der Ausstellung vom 1. Juli bis 12. August 2018 zu folgenden Zeiten geöffnet:

Freitag von 14 bis 17 Uhr
Samstag von 11 bis 17 Uhr
Sonntag von 11 bis 17 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Oldenburger Pulverturm
Der unter Denkmalschutz stehende Pulverturm am Schloßwall ist das einzige noch erhaltene Bauwerk der Oldenburger Stadtbefestigung und wurde 1529 als Geschützturm erbaut. Im 18. und 19. Jahrhundert diente er als Pulvermagazin, woher sein Name rührt. Seit 1996 wird hier die Ausstellungsreihe „Keramik im Pulverturm“ präsentiert. Sie ist ein Forum der Künstlerförderung der Stadt Oldenburg, das jungen begabten Künstlern die Möglichkeit bietet, innovative Positionen der Keramik in einer Einzelausstellung vorzustellen.

Öffentliche Führungen
Zur Ausstellung "Capriccio" finden sonntags öffentliche Führungen mit Kunstvermittler Dirk Meyer im Pulverturm statt.

Termine:  8.  Juli, 14 Uhr 
              22. Juli, 14 Uhr
              5. August, 12.30 Uhr und 14 Uhr

Kosten: 3 Euro. Keine Anmeldung erforderlich.