22. August bis 1. Oktober 2017

Kabinettausstellung über Oldenburger Kunsthandwerker August Schmietenknop

Foto: Stadtmuseum

Im Jahr 2017 gelangte der umfangreiche Nachlass des vor 120 Jahren geborenen Oldenburger Kunsthandwerkers August Schmietenknop ins Stadtmuseum Oldenburg. Unter dem Titel „August Schmietenknop – Gebrauchsgraphiker, Schriftsetzermeister und Buchdruckereibesitzer“ präsentiert das Stadtmuseum den Nachlass vom 22. August bis 1. Oktober 2017 in einer Kabinettausstellung. Veranlasst wurde die großzügige Schenkung der Lebensdokumente und Arbeiten aus der Werkstatt Schmietenknops von seinen Töchtern Margot Rickers und Gertraude Neumann.

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Erstes Atelier für Gebrauchsgrafik
Einen Namen hatte sich der aus Wardenburg stammende Druckereibesitzer August Schmietenknop (1897-1948) vor allem mit Gebrauchsgrafik gemacht. Seine Lehrjahre absolvierte er bei der Gerhard Stalling AG, 1922 legte er die Meisterprüfung als Schriftsetzer ab und 1924 gründete er als Erster ein Atelier für Gebrauchsgrafik in Oldenburg. „Seine Modernität und seine Aufgeschlossenheit für neue Wege in der Gestaltung machten ihn rasch zu einem gefragten Grafiker“, weiß Dr. Lioba Meyer, die die Ausstellung kuratiert hat. Zu seinen vielfältigen Arbeiten zählten Briefköpfe, Einladungen, Ehrenbriefe, Familienwappen, Jubiläumsurkunden, Meisterbriefe und auch Ausstellungsplakate für Oldenburger Museen und den Oldenburger Kunstverein.

Foto: Stadtmuseum

Experimentierfreudiger Profi
Schmietenknops Auftragsgeber wussten die Qualität seiner individuellen, von Hand gezeichneten Entwürfe zu schätzen, die sich positiv abhoben von Drucksachen, die als Massenartikel auf den Markt kamen. Sein Hauptinteresse galt den modernen Schrifttypen: Die Verbindung zwischen Typographie, Text und Bild gewann gegen Ende der 1920er-Jahre bei der Gestaltung von Drucksachen zunehmend an Gewicht. Schrift, Papier, Illustration und Druck wurden dabei die gleiche Bedeutung zugemessen, alle Komponenten wurden mit Sorgfalt ausgewählt beziehungsweise angefertigt. Zahlreiche Entwürfe aus dem Nachlass Schmietenknops belegen seine Professionalität und seine Experimentierfreude.

Foto: Stadtmuseum

August Schmietenknop – ein gefragter Kunsthandwerker
„Durch den Nachlass, den die Töchter von Marga und August Schmietenknop dem Stadtmuseum Oldenburg geschenkt haben, konnte unsere Sammlung des Druckereiwesens in der Stadt Oldenburg um herausragende Drucksachen, Skizzen, Lebensdokumente und Fotografien ergänzt werden“, erläutert Lioba Meyer. Oldenburg war über den langen Zeitraum von vier Jahrhunderten hinweg eine wichtige Buchdruckerstadt. Bereits 1999 präsentierte das Stadtmuseum die Ausstellung „In Oldenburg gedruckt. Drucke, Drucker und Druckereien in Oldenburg seit 1599“, in der auch eine Auswahl von Arbeiten aus Schmietenknops Werkstatt gezeigt wurde. „August Schmietenknop war Autodidakt, aber sein großes Talent, sein Wissen und sein Fleiß machten ihn zum gefragtesten Kunsthandwerker in seiner Zeit“, so Lioba Meyer vom Stadtmuseum Oldenburg.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitkatalog, der für 16,80 Euro an der Museumskasse erhältlich ist.