30. Juni bis 12. August 2018

Jochen Mühlenbrink: FALZ. Malerei

© (Jochen Mühlenbrink) VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Jochen Mühlenbrink, OT, 2018, Öl auf Leinwand, 180 x 150 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Unter den im Nordwesten Deutschlands tätigen Künstlern gehört Jochen Mühlenbrink ohne Zweifel zu den herausragenden Vertretern.

In Freiburg 1980 geboren, studierte er bis 2007 – als Meisterschüler von Markus Lüpertz – an der Kunstakademie Düsseldorf. 2010 erhielt Mühlenbrink den Förderpreis für Malerei der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg, 2012 den 66. Internationalen Bergischen Kunstpreis des Kunstmuseums Solingen und der NATIONAL-Bank.

Tafelbilder aus Grundierung und Firnis, Rückseiten von Bildern als augentäuschende Ölmalerei. Rahmen, Farbklecks und Klebeband im Rang des Bildobjekts. Kartons als Bilder und Bildträger sowie als plastische Ensembles. Plötzlich ein Lichteinfall als reale Raumsituation und grafische Gestalt auf der Leinwand. Jochen Mühlenbrinks Malerei wirbelt die Dinge und ihre Darstellung komplett durcheinander.

© (Jochen Mühlenbrink) VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Jochen Mühlenbrink, Einfamilienhaus, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Falz betitelt er seine Ausstellung im Stadtmuseum und weist damit hintergründig auf Umbruchlinien und Kanten hin, an denen sich Flächen und Formate wenden und neue Ebenen in Gestalt und Gehalt einziehen.

Mühlenbrinks Werk ist ein malerisch begeisterndes, ebenso hintersinniges wie heiteres Spiel mit Vielschichtigkeit und Korrespondenz, mit Fallen, Verführungen und ungeahnten Möglichkeiten. In ihren visuellen Verwirrungen lassen uns Mühlenbrinks Werke nicht in Ruhe. Sie fordern unsere aktive Wahrnehmung ein und bringen uns zu neuen Ufern: genauer zu schauen, klarer zu sehen und geklärter zu denken.