9. September bis 28. Oktober 2018

Crossover: Marina Schulze trifft Helmut Lindemann

Foto: Frank Scheffka


Illusion und Wirklichkeit

Mit der Ausstellungsreihe „Crossover“ hat das Stadtmuseum Oldenburg ein Format konzipiert, um renommierten regionalen Künstlerinnen und Künstlern ein Forum zu geben. Jährlich im Herbst treffen nun zwei Künstler aufeinander, die sich miteinander vernetzen und ihre Werke erstmals dialogisch präsentieren. Ein übergreifendes Leitthema zeigt spannende Berührungspunkte, Gemeinsamkeiten und Divergenzen zwischen den Künstlern auf und wird in unterschiedlichen Kunstformen zum Ausdruck gebracht. Kuratorin der Ausstellungsreihe ist Dr. Sabine Isensee.

 

Im aktuellen Crossover präsentieren Marina Schulze und Helmut Lindemann Malerei und kinetische Skulpturen, in denen sie mit Illusionen von Wirklichkeit spielen. Marina Schulze malt mit fotorealistischer Genauigkeit und verknüpft dabei verschiedene Wirklichkeitsebenen. Mit ihrer Malerei zoomt sie in mikrokosmische Oberflächen von Menschen, Pflanzen, Elementen und Stoffen und gewährt dabei Ein- und Anblicke aus ungewöhnlichen Perspektiven. Durch die Modulation von Licht und Schatten wirken die extrem vergrößerten Motive verblüffend plastisch. Realität und Fiktion begegnen sich auf raffinierte Weise, erzeugen irritierende Bildwelten und erwachsen manchmal zur Augentäuschung.

Foto: Andrey Gradetchliev

Auch Helmut Lindemann malt Dinge des alltäglichen Lebens, die er aus dem ursprünglichen Kontext löst, sie durch ungewöhnliche Gegenüberstellung surrealistisch auflädt und zu neuen Bildideen verdichtet. Seine Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf Materialoberflächen wie metallische Reflexe, Spiegelungen von Glas, changierende Insektenkörper sowie Maserungen und Strukturen, die er nuancenreich und überaus präzise wiedergibt. Zudem baut Helmut Lindemann bewegliche Skulpturen aus Holz, Messing und elektronischen Bauteilen, die interaktiv sind und erfindungsreich optische und akustische Effekte auslösen.

In diesem Crossover können sich Besucher auf überraschende Seh- und Hörerlebnisse freuen.

Zur Ausstellung Crossover ist ein Katalog erschienen, der für 15 Euro im Museumsshop erhältlich ist.
Führungen und Veranstaltungen zur Ausstellung finden Sie hier »

Die Künstler

Foto: Cosima Hanebeck

Marina Schulze

Marina Schulze wurde 1973 in Delmenhorst geboren und absolvierte von 1991 bis 1994 zunächst eine Ausbildung als Schauwerbegestalterin im Oldenburger Modehaus Bruns. Es folgte ein Studium an der Hochschule für Künste Bremen bei den international renommierten Professorinnen Karin Kneffel und Katharina Grosse, das sie im Jahr 2005 als Meisterschülerin von Karin Kneffel abschloss. Arbeitsaufenthalte führten sie nach Reykjavik und nach New York. Im Wintersemester 2017/18 hatte die freie Künstlerin eine Vertretungsprofessur an der Hochschule für Künste im Sozialen, Ottersberg, inne. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und beteiligt sich seit 1999 an nationalen und internationalen Ausstellungen u.a. war sie mit ihren Werken in München, Hannover, Bremen, Göttingen, Freiburg, Cuxhaven, Wilhelmshaven, Hamburg, Berlin, Bonn, Reykjavik (Island), Brüssel (Belgien), Aarhus (Dänemark), Turku (Finnland), Paris (Frankreich), Assen (Niederlande), Baltimore (USA) und St. Gallen (Schweiz) vertreten.

Foto: Andrey Gradetchliev

Helmut Lindemann

Helmut Lindemann wurde 1951 in Bremen geboren, absolvierte ein Studium in Freiburg und Berlin und erhielt 1978 bis 1982 seine künstlerische Ausbildung bei der Oldenburger Künstlerin Marie Meyer-Glaeseker. Seit 1982 ist er als freischaffender Künstler in Oldenburg tätig, hatte Lehraufträge an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und arbeitet als freier Dozent an der Werkschule Oldenburg. Seit 1982 beteiligt er sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland u.a. in: Wuppertal, Nordhorn, Berlin, Bremen, Gütersloh, Wiesbaden, Berchtesgaden, Norderbeeld (Niederlande), Fjälkinge (Schweden),  Amsterdam (Niederlande), Stratford-upon-Avon (England) und Assen (Niederlande).