30. September bis 28. Oktober 2018

Tim Thyzel: Watercolors

Foto: Tim Thyzel, Artist, 2018
Foto: Tim Thyzel

Im Schauraum des Stadtmuseum Oldenburg ist ein Künstler aus New York zu Gast, und zwar gleich mit einer Weltpremiere.
Denn der 1966 in Hamburg geborene Tim Thyzel stellt erstmalig seine Watercolors aus - Landschaften und Stadtansichten, minutiös in  Aquarell und Aquarellstift gemalte alltägliche Momente, aus denen das Melancholische und das Mysteriöse des Gewöhnlichen  hervorleuchtet. Die klein- bis mittelfomatigen Arbeiten absorbieren die Wahrnehmung des Betrachters heraus: Was sehe ich? Was ist Wirklichkeit?

Tim Thyzel hat in San Francisco Malerei und in seiner Heimatstadt freie Kunst studiert und war in der Vergangenheit vorwiegend bildhauerisch tätig.
Für die Arbeit an seinen Watercolors hat er sich mit der Landschaftsmalerei seit ihren Anfängen auseinandergesetzt, in denen Künstler ihre Werke oft auf der Grundlage von Fotografien entwickelten. Auch Thyzel arbeitet mit der Fotografie, sie ist für ihn zugleich ein Weg zur Beiläufigkeit und Absichtslosigkeit der Bildkomposition; der persönliche Ausdruck, die Geste treten zurück hinter das eigentliche Sehen.

Tim Thyzel - Eichberg Homes 6, watercolor, watercolor pencils on paper, 2017
Tim Thyzel - Eichberg Homes 6, watercolor, watercolor pencils on paper, 2017

Viele der Motive von Reisen in den USA, auf Island und in Norddeutschland sind wie nebenbei aus dem Autofenster heraus fotografiert; mit dieser Arbeitsweise hinterfragt der Künstler das allgegenwärtige Medium der Fotografie, aber auch das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt und insbesondere zur Natur.
Der malerische Prozess verwandelt die flüchtigen visuellen Momente in lange Beobachtungen und entlockt der gewöhnlichen Szenerie verschiedene Perspektiven.
„Meine Malmethode ähnelt der Bildhauerei, bei der die Arbeit Stück für Stück aufgebaut wird. Sowohl die Vielseitigkeit als auch die Transformationsqualität der Aquarellmalerei eignet sich hervorragend für diesen Prozess.“


Tim Thyzel, geboren 1966 in Hamburg, studierte am San Francisco Art Institute und in seiner Heimatstadt an der Hochschule für bildende Künste. Seit 1996 lebt er in New York.

Nachdem für mehrere Jahrzehnte skulpturale Arbeiten im Mittelpunkt seines Schaffens standen, in denen Objekte, und Materialien der Alltagswelt irritierende Um- und Neudeutungen erfuhren, widmet sich Thyzel seit 2015 vorrangig der Malerei in Aquarelltechnik. Mit dieser Ausstellung präsentiert er diese Arbeiten zum ersten Mal der Öffentlichkeit.

„Ich bin fasziniert von Zeichen menschlicher Interaktion mit der Natur und der Beziehung zwischen dem „Natürlichen“ und dem „Künstlichen“ in unserer Umwelt. Ein Großteil der Motive entstehen beim Reisen, besonders beim Fahren, denn viele meiner Szenen sind durch das Autofenster gesehen, in Amerika eine übliche Art, mit der Natur zu interagieren.

Die digitale Fotografie hat unsere Sehgewohnheiten verändert, insofern wir die Welt mit unseren Telefonen aufnehmen, speichern, aber nicht beobachten. Das  ist ein wichtiger Aspekt meiner Arbeitsweise, da ich viele meiner Bilder mit der  Kamera einsammle. Der malerische Prozess verwandelt diese flüchtigen visuellen Momente in lange Beobachtungen und bietet so alternative Wahrnehmungen der Alltagswelt.“ (Tim Thyzel)