Archiv vergangener Ausstellungen 2015

Bis 22. Februar 2015: 100 Jahre Stadtmuseum Oldenburg

Gestaltung: Gerlinde Domininghaus

Am 1. Januar 1915 übernahm die Stadt Oldenburg rechtlich das Vermächtnis des am 17. Juni 1914 verstorbenen Sammlers und Kunstmäzens Theodor Francksen. Zwei gründerzeitliche Villen und ein reichhaltiger Bestand an wertvollen Gemälden, Grafiken, Büchern und kunstgewerblichen Objekten bilden bis heute den Kern des Stadtmuseums. Im Rahmen einer Sonderausstellung wurde das Leben und Wirken seines Stifters und die wechselvolle Geschichte des Hauses erstmals in einer aufwändigen und interaktiven Ausstellung ausführlich gewürdigt und die herausragenden Stücke der Museumssammlung präsentiert. Das Jubiläum bot für das Stadtmuseum Oldenburg gleichzeitig Anlass nach vorn zu schauen. Ein neu gestaltetes Online-Portal ermöglicht fortan einen besonderen Blick auf die schönsten, wichtigsten und interessantesten Stücke des Hauses.
  

18. Mai – 7. Juni 2015: Geeske Janßen: Förderpreis für Fotografie 2015

Foto: Geeske Janßen

Die 28-jährige Künstlerin Geeske Janßen wurde mit dem Förderpreis für Fotografie 2015 der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg ausgezeichnet. Der Preis ist mit 8.000 Euro und einer Ausstellung im Stadtmuseum mit begleitender Publikation dotiert. Das Stadtmuseum zeigte Geeske Janßens Fotografien vom 18. Mai bis 7. Juni im Hüppe-Saal. Die Jury des Förderpreises überzeugte Janßen mit ihren thematisch konzipierten Fotografien. Mit ihren Arbeiten widmet sie sich beispielsweise Themenbereichen wie dem Bauernhof im Wandel der (oldenburgischen) Landwirtschaft. Die Künstlerin über ihr Werk: "Ich interessiere mich sehr für das Alltägliche, das Märchenhafte im Kleinen und die inszenierte Wirklichkeit."
  

8. März – 10. Mai 2015: Klaus Beilstein: Zeitsprünge. OldenburgerPorträts

Fotos: Andrey Gradetchliev

Klaus Beilstein hat in über 40 Jahren viele Oldenburger Persönlichkeiten gezeichnet, einige auch mehrfach. Die Ausstellung „Zeitsprünge. OldenburgerPorträts“, die vom 8. März bis 10. Mai im Stadtmuseum Oldenburg zu sehen war, stellte diese Porträts aus unterschiedlichen Jahrzehnten einander gegenüber.  Unter den Porträtierten sind so spannende Persönlichkeiten wie der selbst ernannte Wikingerkaiser und Künstler Butjatha, die Schauspielerin Elfi Hoppe, der Straßenmusikant Paule Witzig und die Installationskünstlerin Almuth Boekhoff. Unverkennbar ist den Porträts das Beilsteinsche Augenzwinkern, denn Witz, Ironie und Spaß sind immer dabei, wenn der Oldenburger Künstler Strich für Strich und Punkt für Punkt die Typen und Köpfe von Stadt und Region auf Papier bannt.
  

14. Juni – 30. August 2015: FRISCH aus Berlin

Foto: Andrey Gradetchliev

Die Ausstellung „FRISCH aus Berlin. Einblicke in eine Berliner Privatsammlung“ präsentierte rund 130 ausgewählte Malereien und Skulpturen aus der über 700 Werke umfassenden Berliner Sammlung von Harald und Kornelia Frisch. 31 zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler waren in der Ausstellung vertreten. Die Werkauswahl umfasste sehr unterschiedliche Positionen deutscher Gegenwartskunst von 1958 bis 2014, denen jedoch die offensive Haltung der Künstler zur Weiterentwicklung zeitgenössischer Kunst gemeinsam war.

Die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler waren: Axel Anklam, Martin Assig, Wolfgang Bier, Steven Black, Armin Boehm, Michael Buthe, Manuele Cerutti, Hartwig Ebersbach, Tim Ernst, Valérie Favre, Gama, Dominik Halmer, Thomas Hartmann, Thomas Helbig, Anton Henning, Karl Horst Hödicke, Nicolai Huch, Bernd Koberling, Lusici, Takeshi Makishima, Charlotte Mumm, C. O. Paeffgen, Albert Pümpel, Michael Ramsauer, Wolfram Sachs, Eugen Schönebeck, Bernd Schwarting, Heinrich Stichter, Walter Stöhrer, Miriam Vlaming und Thomas Zipp.
  

19. Juli – 30. August 2015: Kirsten Brünjes: Vagabunden (Keramik im Pulverturm)

Foto: Stadtmuseum

Von Juli bis August lud der mittelalterliche Pulverturm am Schloßwall zu einer Jubiläumsausstellung mit aktueller Keramikkunst ein. Seit 20 Jahren werden Nachwuchskünstler mit einer Einzelausstellung und einem begleitenden Katalog in der Reihe "Keramik im Oldenburger Pulverturm" gefördert. Grund genug, dieses Jahr einmal zurückzublicken und das Werk einer Künstlerin zu präsentieren, für die der Erfolg im Pulverturm wegweisend für ihre weitere Karriere war. Das Stadtmuseum Oldenburg feierte ein Wiedersehen mit Kirsten Brünjes, die vom 19. Juli bis zum 30. August den Pulverturm mit ihren keramischen Werken in ein skurriles Tierkabinett verwandelte. Mit ihren "Vagabunden" entführte Brünjes den Betrachter in ein skurriles Tierreich mit präsize modellierten Kreaturen aus Steinzeug und Porzellan, darunter Hase, Affe, Hund und Maus.
  

12. September – 1. November 2015: Gertrude Degenhardt: Retrospektive zum 75sten

Bild: Gertrude Degenhardt

In Kooperation mit dem Kulturspeicher Oldenburg
Nach 1993 und 1999 präsentierte der Kulturspeicher die Zeichnerin und Grafikerin zum dritten Mal in Oldenburg. Anlass: der 75. Geburtstag der Künstlerin. Gezeigt wurden Temperabilder, Pinselzeichnungen und Radierungen. Unangepasst sind die Bilder der Gertrude Degenhardt – phantastisch angereicherte Gestalten aus einer Welt, die tanzt und musiziert, kämpft, liebt und ausgelassen lebt. Man ist heftig, man ist deftig, voll von Freude oder auch Kummer – doch immer voller Leidenschaft.

Die 1940 in New York geborene Künstlerin steht in der Tradition der großen französischen Zeichner des 19. Jahrhunderts: Daumier, Doré und Grandville; unter den heutigen mag Horst Janssen ein beziehungsreich Verwandter sein. Auf Skizzenblöcke, oft auch direkt mit der Radiernadel auf die Kupferplatte, hebt sie ihre Erfahrungen der Welt, im Mittelpunkt die menschliche Gestalt als Unterpfand und Brennpunkt kritischer Kunst überhaupt, getragen von den Erwartungen eigener, oft politisch belegter Wirksamkeit.
  

8. November – 6. Dezember 2015: Hannes Mercker: Cartoons und Zeichnungen

Foto: Stadtmuseum

Der in Oldenburg geborene Cartoonist und Comiczeichner Hannes Mercker stellte erstmals eine Auswahl seiner komischen Kunst im Stadtmuseum aus. Mercker lebt derzeit in Mannheim und arbeitet für verschiedene Verlage, Unternehmen und Tageszeitungen. Doch er fühlt sich Oldenburg nach wie vor stark verbunden. So nimmt Mercker mit seinen Cartoons aktuelle Besonderheiten und traditionelle Eigenarten seiner Heimat auf humorvolle Weise aufs Korn. Neben Zeichnungen aus der Serie „Cartoons über Oldenburg“ waren in der Ausstellung aber auch andere Cartoons und kurze Comicstrip-Serien zu sehen. Gezeigt wurden rund 110 Arbeiten, darunter ein etwa 4 m x 2 m großes Wimmelbild mit Oldenburger Motiven, das Mercker eigens für die Ausstellung gezeichnet hatte.
  

9. November – 6. Dezember 2015: Auf dem Weg von Anne Frank – Zeitzeugenberichte auf dem Weg der Deportationszüge

Foto: Stadtmuseum

Ausstellung im Rahmen des Erinnerungsgangs 2015
Anne Frank war eine unter den 107.000 Menschen, die im niederländischen Lager „Kamp Westerbork“ während der Besetzung der Niederlande durch die Deutschen im Zweiten Weltkrieg interniert und von dort in die Konzentrations- und Vernichtungslager – vor allem nach Auschwitz und Sobibor – deportiert wurden. 102.000 Menschen kamen dabei um. Darunter auch 38 Oldenburger mit jüdischen Wurzeln, die zunächst in den Niederlanden Schutz vor den Verfolgungen gesucht hatten.

Da viele der Deportationszüge aus Westerbork kommend die nördliche Route über Weener, Leer und damit auch über Oldenburg nahmen, war dies für die Vorbereitungsgruppe „Erinnerungsgang 2015“ der Graf-Anton-Günther-Schule Grund genug, diese Wanderausstellung auch nach Oldenburg zu holen. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Zitate Oldenburger Zeitzeugen sowie durch Arbeiten von Schülerinnen und Schülern der Graf-Anton-Günther-Schule. Eine Fotowand lenkte den Blick auf die Oldenburger, die hinter den Namen der Ermordeten auf der Gedenkwand in der Peterstraße stehen; großformatige Linolschnitte setzten diese Menschen zudem künstlerisch gestaltet ins Bild.
  

11. Dezember 2015 – 31. Januar 2016: Hugo Boguslawski: Restlicht

Bild: Hugo Boguslawski

In Kooperation mit dem Kulturspeicher Oldenburg
Hugo Boguslawskis Bilder behaupten sich, eigenwillig und punktgenau, auf der Schnittstelle  zwischen struktureller Abstraktion und figurativer Verortung des Gegenstands. Es ist ein Arbeiten „parallel zur Natur“, dem eine malerische Unabhängigkeit zu eigen ist, die ebenso ungebunden wie diszipliniert mit dem Gegenstand verfährt, den sie ins Blickfeld nimmt. Strukturell präzise und künstlerisch an keinem Vorbild orientiert, legt er seinem Gegenstand Ornamentales an: die Freiheit der Farbe, eine konzentrierte Übertreibung oder strenge Begrenzung der Form, die Subjektivität der Lichtführung und eine Komposition, die ebenso geordnet wie fließend einem eigenen Rhythmus gehorcht.

Der Kulturspeicher präsentierte groß- und kleinformatige Ölbilder des Malers aus den letzten Jahren. „Restlicht“, der Titel mehrerer Arbeiten beschreibt einerseits das letzte Licht des Tages, in dem die Farben der Landschaft noch einmal aufschimmern, und gleichzeitig den Untergang einer Industriekultur, deren künstlich geschaffene Landschaften – Halden und Verebnungsflächen im Zustand der Verwitterung – dem Maler als wiederkehrendes Motiv dienen.