Fundstück: Kirschenentkerner

Automatischer Kirschenentkerner

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Automatischer Kirschenentkerner der Marke Glass, 1950er Jahre. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

In der Sammlung des Stadtmuseums befinden sich viele Dinge, die in der Dokumentation ganz nüchtern in der Gruppe „Haushaltsgegenstände und -geräte“ geführt werden. Objekte rund um das Thema Haushalt erzählen aber sehr viel darüber, wie in der jeweiligen Zeit, in der sie entstanden sind und verwendet wurden, gelebt und gearbeitet wurde. Und nicht zuletzt ist ihr Design ein Spiegel des jeweiligen Zeitgeschmacks. Für die Sammlung eines kulturhistorischen Museums sind diese Gegenstände daher wichtige Zeitzeugen.

Unser aktuelles Fundstück, ein Kirschenentkerner, kommt gerade in dieser Jahreszeit in moderner Ausführung in vielen Oldenburger Haushalten zum Einsatz. In der Ausführung aus den 1950er Jahren handelt es sich um ein für die damalige Zeit modernes Gerät, vor allem aufgrund des Materials Kunststoff. Ist es aus heutiger Sicht das Material schlechthin für fast alles, nahm die Produktion von Kunststoff in den 1950er Jahren gerade Fahrt auf. Kostengünstig und vielseitig einsetzbar waren immer mehr Dinge aus Plastik. Laut Wikipedia werden heute weltweit jährlich rund 380 Millionen Tonnen Kunststoff verbraucht – 1949 waren es 1 Millionen Tonnen.

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Konservenglasöffner zum Lösen des Einmachglas-Deckels, 1. Hälfte 20. Jahrhundert. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten, ob ans Eigenheim angrenzend, im Kleingartenverein oder in einem Gemeinschaftsgarten auf öffentlicher Fläche, ist seit einigen Jahren ein regelrechter Trend. Im Zuge von „Do it yourself“ ist das Einkochen von Kompott, Saft oder Marmelade eine beliebte Freizeitbeschäftigung.

In früheren Jahrzehnten hatten Obst- und Gemüseanbau, Entsaften, Einkochen und Haltbarmachen allerdings wenig mit Freizeit zu tun. Für viele gehörte eine anteilige Selbstversorgung zum Alltag, vor allem in Kriegs- und Nachkriegszeiten. Eingemachte Kirschen, Bohnen, Apfelmus, Gelee… Die Keller standen voller Weck- bzw. Konservengläser. In ländlichen Gebieten war früher außerdem die Hausschlachtung eines auf dem eigenen Hof aufgezogenen Schweins üblich. Auch viele Teile vom Schwein wurden über das Einwecken haltbar gemacht, um eine Lagerung – damals ohne Gefriertruhe – zu ermöglichen.