Aktuelles Fundstück: Glocke

Glocke aus dem Huntebad

Foto: Stadtmuseum
Glocke aus dem Huntebad. Foto: Stadtmuseum

Wenn sie geläutet wurde, ging wieder einmal ein Badetag zu Ende … In der Sammlung des Stadtmuseums befindet sich eine Messing-Glocke aus dem alten Huntebad. Mit ihr wurde in der Frauenabteilung das bevorstehende Schließen des Bades eingeläutet. Mit dem Rückbau des alten Huntebades verlor die Glocke ihre Aufgabe und wurde einem der damaligen Bademeister überlassen, aus dessen Nachlass sie schließlich den Weg ins Museum gefunden hat.

Aber wieso Frauenabteilung? Geschwommen wurde viele Jahre nach Geschlechtern getrennt. Neben dem Schlossgarten, wo sich heute das Schwimmbad OLantis befindet, war schon seit 1876 eine öffentliche Badeanstalt. Zunächst war das Huntebad in zwei Abteilungen Männern und Militärangehörigen vorbehalten, später kam eine dritte Abteilung für Frauen dazu.

In den Jahren 1970 bis 1976 wurden die alten Gebäude abgerissen und erneuert. Bis dahin war das Huntebad eine Flussbadeanstalt. Aufgrund der schlechten Sicht im trüben Wasser war das Baden in der Mühlenhunte kurz nach dem Neubau allerdings nicht mehr erlaubt. Stattdessen gab es nun ein beheiztes Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken. Erst mit dem Umbau zum heutigen OLantis ist dank einer Filteranlage das Schwimmen im „Fluss“ wieder möglich.

Foto: Stadtmuseum
Gruppenfoto im Huntebad, 1930. Foto: Stadtmuseum
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Umkleidekabinen von 1912, hier 1960. Foto: Stadtmuseum
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Wasser von oben und von unten, 1960. Foto: Stadtmuseum
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Luftbild mit Huntebad und Schlossgarten, 1950er Jahre. Foto: Stadtmuseum

Übrigens: Westlich der Cäcilienbrücke lag früher die Schleuse des Hunte-Ems-Kanals (heute Küstenkanal). Die vom Kanal kommenden Schiffe fuhren bis Anfang der 1930er Jahre von Hundsmühlen auf der Mühlenhunte noch direkt an den Badenden im Huntebad vorbei.