Fundstück: Gesellschaftsspiel

Würfelspiel "Heil dir o Oldenburg"

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Würfelspiel "Heil dir o Oldenburg", um 1930. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

Immer wieder findet Spielzeug aus früheren Jahrzehnten den Weg ins Stadtmuseum. Damit sind vielfältige Erinnerungen an die Kindheit verbunden. Mit dem Gesellschaftsspiel aus unserer Sammlung haben nicht nur Oldenburger Kinder gespielt, es hat auch als Spiel selbst einen Oldenburg-Bezug. Es handelt sich um ein Würfelspiel für bis zu fünf Mitspieler, dessen Ziel es ist, vom Startpunkt über verschiedene Orte durch die Region zurück zum Anfangspunkt zu „reisen“.

Das Spiel stammt etwa aus dem Jahr 1930. Daher geht die genannte Reise durch den damaligen Freistaat Oldenburg. Dieser entstand mit der Auflösung des Großherzogtums Oldenburg im Zuge der Novemberrevolution 1918, nach der sich mit der Weimarer Republik eine parlamentarische Demokratie gründete. Die Novemberrevolution führte am Ende des Ersten Weltkriegs zum Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und somit auch zur Abdankung des Großherzogs von Oldenburg.

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Memory-Spiel "Kenne und liebe die Heimat", um 1930. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

Der Titel des Spiels ist für uns heutige Leser eher befremdlich. „Heil dir, o Oldenburg“ war die inoffizielle Landeshymne des ehemaligen Großherzogtums Oldenburg. Entstanden war dieser Lobgesang auf das Land Oldenburg in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Melodie stammte von der Großherzogin Cäcilie, der Text von dem Juristen und Schriftsteller Theodor von Kobbe. Auch nach der Auflösung des Großherzogtums wurde die „Hymne“ mit leicht verändertem Text weiterhin verwendet.

Spiele rund um die heimatliche Region waren in der Zeit, als das Spiel auf den Markt kam, beliebt. In der Sammlung des Stadtmuseums befindet sich mit dem Memory-Spiel „Kenne und liebe die Heimat“ noch ein weiteres Spiel mit regionalem Bezug aus den Jahren um 1930. Der Heimatbegriff befindet sich aktuell wieder mehr denn je in einer Diskussion. Für die einen ist er negativ besetzt, für andere spielt er in unserer globalisierten Welt keine Rolle mehr und wieder für andere hat der Begriff einen hohen Stellenwert.