Fundstück: Eierbecher

Eierbecher „Hotel zum Erbgroßherzog“

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Eierbecher aus sogenanntem Hotelsilber (Mischung aus Kupfer, Nickel, Zink), 1920er Jahre. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

Bei genauerem Hinsehen lässt sich auf dem etwas windschiefen unscheinbaren Eierbecher eine Prägung erkennen: „HOTEL ZUM ERBGROSSHERZOG“. Das genannte Hotel lag am Oldenburger Marktplatz (Markt 4) und war über viele Jahrzehnte ein bekannter Ort für Veranstaltungen. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts entstand an gleicher Stelle ein Hotel, 1880 wurde ein Neubau errichtet und das Hotel erhielt einen neuen Namen. Das „Hotel zum Erbgroßherzog“ existierte bis 1972. Dann wurde das Gebäude abgerissen und der Neubau der Staatlichen Kreditanstalt entstand (heute befindet sich im Erdgeschoss dieses Gebäudes das „Café & Bar Celona“).

 

 

Foto: Stadtmuseum Oldenburg
Altes Rathaus mit Hotel (rechts), um 1880. Foto: Stadtmuseum Oldenburg

Der Prägestempel zeigt den Namen des Hotels in einen stilisierten Gürtel eingefasst, in dessen Mitte der Großbuchstabe „R“ geprägt ist. Möglicherweise bezieht sich dieses „R“ auf den früheren Inhaber C. G. Ritterhoff. Das Hotel war als Ort für Veranstaltungen beliebt, z. B. fanden hier Aufführungen der Niederdeutschen Bühne (heute August-Hinrichs-Bühne) statt. Von den Oldenburgern wurde der Name in „Erb“ abgekürzt. 

Foto: Stadtmuseum Oldenburg/bearb. Hans Dieter Janssen
Feuerwehrübung am alten Rathaus, 1882. Foto: Stadtmuseum Oldenburg/bearb. Hans Dieter Janssen

Die frühe Fotografie zeigt das Hotel (rechts vom Rathaus) kurz nach seiner Erbauung im Jahr 1880. Eine weitere Aufnahme zeigt eine Feuerwehrübung am alten Rathaus im Jahr 1882. Kurz darauf wurde das 1635 erbaute, repräsentative Renaissance-Gebäude abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen – das Rathaus, wie wir es heute kennen.  Rund um Rathaus und Hotel veränderte sich immer wieder das Gesicht des Platzes. Vor allem die Nutzung als Parkplatz und Bushaltestelle brachte in den 1950er und 1960er Jahren viel Unruhe in die ohnehin engen Platzverhältnisse. Mit der Einrichtung der Fußgängerzone 1967 entspannte sich die Situation.