Zum Tod von Dr. Dr. Ummo Francksen

© Stephan Meyer-Bergfeld
Ummo Francksen, Fotografie, 2019 © Stephan Meyer-Bergfeld

Städtische Museen und Oldenburger Kulturlandschaft verlieren geschätzten Gesprächspartner und Förderer

Mit großer Trauer hat die Stadt Oldenburg die Nachricht zur Kenntnis genommen, dass Dr. Dr. Ummo Francksen am Donnerstag, 19. März 2020, im Alter von 99 Jahren verstorben ist. „Die Stadt hat allen Anlass, mit großer Dankbarkeit auf sein Lebenswerk zu blicken, denn er war ein großer Förderer der Kultureinrichtungen in Oldenburg und der Region“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.

Francksen lagen insbesondere Theater, Musik und die Bildende Kunst sehr am Herzen. So war er von 1979 bis 1999 Mitglied des Verwaltungsrats des Oldenburgischen Staatstheaters, Mitbegründer des Vereins der Musikfreunde Oldenburg sowie von 1975 bis 1993 Vorsitzender des Oldenburger Kunstvereins. Seit 1965 war Francksen zudem Mitglied der Oldenburg-Stiftung, der heutigen Oldenburgischen Landschaft. Er wurde bereits 1995 mit der Goldenen Stadtmedaille und 2005 mit dem Niedersächsischen Verdienstorden 1. Klasse ausgezeichnet. Stets engagiert hat sich Francksen ebenso für die städtischen Museen: als Gründungsmitglied und gefragter Ansprechpartner sowohl des Vereins der Freunde und Förderer des Horst-Janssen-Museums als auch des Stadtmuseums Oldenburg.

In besonderem Maße setzte sich Francksen nach dem Tod Horst Janssens im Jahr 1995 für den Bau des Horst-Janssen-Museums in Oldenburg ein. Über Jahre verband ihn eine Freundschaft mit Horst Janssen und es war ihm ein besonderes Anliegen, für den Ehrenbürger der Stadt Oldenburg ein eigenes Museum zu initiieren. „Ummo Francksen war er ein geschätzter Gesprächspartner in all seinen Tätigkeiten, sein Rat war oft genug handlungsleitend. Er war ein in jeder Hinsicht neben seinem Berufsleben engagierter, immer fördernder Kulturfreund, dessen große Liebenswürdigkeit uns fehlen wird“, betonen die Mitarbeiterinnen des Horst-Janssen-Museums und dessen Leiterin, Dr. Jutta Moster-Hoos. Die Stadt Oldenburg sei ihm zu großem Dank verpflichtet. Sein kluger Rat wird in der Zukunft vermisst.

Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Stadtmuseum Oldenburg bleibt Francksen als gefragter und interessierter Ansprechpartner und Ratgeber in Erinnerung. Als Großneffe des Museumsgründers Theodor Francksen stand er für Fragen rund um die frühe Entwicklung des Stadtmuseums und dessen Umgebung, die er als Kind direkt miterlebt hatte, stets zur Verfügung. Durch verschiedene Objekte aus dem familiären Umfeld von Theodor Francksen, etwa Fotografien der Familie, konnte er zudem die Sammlung des Museums ergänzen. Am 1. Oktober 2020 wäre Ummo Francksen 100 Jahre alt geworden. Anlässlich seines Geburtstages plant das Stadtmuseum die Ausstellung „Analog 66“, in deren Zentrum ein Portrait Francksens steht. Der in Oldenburg lebende Fotograf Stephan Meyer-Bergfeld hat dafür 100 bekannte und unbekannte Oldenburger Persönlichkeiten festgehalten, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Oldenburg – wie Ummo Francksen – geprägt haben und weiterhin prägen.