EU-weite Projektgruppe besucht Oldenburg

Foto: Stadt Oldenburg
Die Erasmus-Projektgruppe am Edith-Russ-Haus. Foto: Stadt Oldenburg

Gelobtes Land? Teilnehmer aus fünf Ländern untersuchen Auswirkungen von Migration auf Kulturarbeit

16 internationale Gäste sind von Montag, 4. März, bis Freitag, 8. März 2019, zu Besuch bei den städtischen Museen in Oldenburg. Seit 2017 sind die Häuser Teil eines EU-geförderten Erfahrungsaustausches mit Partnern aus Großbritannien, Italien, Frankreich und der Türkei. Unter dem Titel "The Promised Land" ("Das Gelobte Land") untersuchen die Projektteilnehmer, inwiefern Geflüchtete und Migranten mithilfe von Kulturarbeit mehr gesellschaftliche Teilhabe erlangen können. Die Partner kommen aus den Bereichen Theater, Universität (Wirtschaftswissenschaft/Interkulturelles Lernen) und der Unternehmensberatung. Die drei städtischen Häuser repräsentieren den Bereich der kommunalen Museen.

„Durch die Erfahrungen aus diesem Projekt soll sich auch die Arbeit in den städtischen Museen grundlegend ändern“, sagt Dr. Nicole Deufel, Leiterin des Amtes für Museen, Sammlungen und Kunsthäuser und eine der Initiatoren des Projektes. „Dies wird zweifelsohne ein längerer Prozess werden, der mir jedoch vor allem mit Blick auf die formulierten Anforderungen der Bürgerinnen und Bürger an das neue Stadtmuseum zu Inklusion, Diversität und Austausch sehr am Herzen liegt.“

Während der Trainingswoche in Oldenburg beschäftigen sich die Projektpartner insbesondere mit dem aktuellen internationalen und nationalen Museumsdiskurs. Die Themen umfassen etwa die Folgen der globalen Migration für den Kulturerbe-Begriff und die sogenannte Dekolonisation von Museumssammlungen, das heißt die potentielle Rückgabe, aber auch die Präsentation und Interpretation von Beständen aus den ehemaligen Kolonien. Neben einer Einführung in das deutsche Asylrecht werden die Teilnehmenden Akteure aus Oldenburg besuchen, die mit Geflüchteten arbeiten, wie die Jugendkulturarbeit oder IBIS e.V. Auch ein Erfahrungsaustausch mit dem Migrationszentrum, pro:connect und dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte stehen auf dem Programm.

Während des Projektzeitraums bietet jeder Partner eine einwöchige Trainingswoche vor Ort an, während der Methoden der eigenen Arbeit praktisch vorgestellt werden. Dabei bekommen die Teilnehmenden Einblicke in die nationale Gesetzgebung der einzelnen Länder sowie den jeweiligen kulturellen Diskurs. Mit viel Zeit zur gemeinsamen Diskussion und Reflexion wir das das praktisch Gelernte auch theoretisch untersucht. Am Ende des Projektes soll ein gemeinsames E-Book zum Thema entstehen.

Weitere Informationen gibt es auf dem englischsprachigen Projektblog unter »http://thepromisedlandeu.blogspot.com/.