Stadtmuseum gibt neuen Bildband mit Ansichtskarten heraus

Karten illustrieren Oldenburger Freizeitvergnügungen um die Jahrhundertwende

Fotograf: Georg Kahlmeyer

Unter dem Titel „Mit Vergnügen“ gibt das Stadtmuseum Oldenburg einen neuen Bildband mit Ansichtskarten heraus. Dr. Lioba Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, stellte das Buch am Donnerstag, 22. Dezember 2016, bei einem Pressegespräch vor. Die Ansichtskarten aus der Zeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis in die 1920er Jahre zeugen von der rasanten Zunahme des Freizeitvergnügens, der Etablierung zahlreicher Gasthäuser, Cafés, Hotels und Ausflugslokale in der Stadt Oldenburg und umzu, aber auch von den neuen technischen Möglichkeiten der Fotografie als Mittel der Werbung.

Die Ansichtskarten stammen aus der Sammlung des Oldenburgers Werner Schäfer, die das Museum 2014 erworben hatte, um damit den Sammlungsschwerpunkt Fotografie weiter auszubauen.  Schäfers Sammlung umfasst ein größeres Konvolut historischer Bildquellen zum Thema „Gasthäuser“ in Oldenburg und dokumentiert zugleich eine spezielle Form lokaler und regionaler Freizeitmobilität. Dadurch ist es erstmals möglich, „Geselligkeit und Vergnügen in Oldenburg um 1900“ eine umfassende Darstellung zu widmen.

Fotograf und Verlag A. Körner

Karten stammen aus Sammlung Werner Schäfer
Für das Buch „Mit Vergnügen. Ansichtskarten aus der Sammlung Werner Schäfer“, das im Isensee Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel und an der Museumskasse erhältlich ist, wurden die interessantesten 87 Motive der insgesamt rund 1.500 Ansichtskarten umfassenden Sammlung ausgewählt. Um näheren Einblick in die Freizeitkultur um 1900 zu gewinnen, werden ausgewählte Vergnügungsorte in und um Oldenburg vorgestellt. „Wer hatte das Geld und die Zeit, am Wochenende die Etablissements in Eversten, Bloh, Ohmstede oder Ofenerdiek zu besuchen? Welche Besonderheiten boten die Gasthäuser ihren Gästen und  was teilten die Besucher ihren Freunden und Bekannten über ihren Aufenthalt in einem Kaffeehaus, Restaurant oder Tanzlokal auf einer Ansichtskarte mit? Auf diese Fragen versuchen wir in der vorliegenden Publikation eine Antwort zu geben“,  sagt Lioba Meyer vom Stadtmuseum.

Bild: Kunst-Anstalt Rosenblatt Frankfurt a. M.

Ehrenamtliche haben an Buch mitgearbeitet
An dem vorliegenden Buch haben Marianne Steinbrink und Ulla Brake-Gerlach maßgeblich mitgearbeitet. „Sie sind seit mehreren Jahren ehrenamtlich im Stadtmuseum tätig und unterstützen uns bei der Vorbereitung und Umsetzung von Ausstellungen und Publikationen mit großem Engagement“, betont Meyer und ergänzt: „Im Wesentlichen galt es, aus der Fülle des Materials eine Auswahl zu treffen. Zugleich war es unser Ziel, neue Akzente zu setzen.“  

Adressaten an Sonntagsausflug teilhaben lassen
Um die Jahrhundertwende dienten Aufnahmen von Gasthäusern vorrangig Werbezwecken: Lokale und regionale Häuser offerierten auf den Postkarten ihre schöne Gartenanlage, den Tanzsaal, die Kegelbahn oder andere Besonderheiten, um Besucher anzulocken. Oft wurden auch Gebäude der Nachbarschaft und die Landschaft einbezogen, die die Attraktivität des Lokals in reizvoller Umgebung illustrieren sollte. „Die Absender dieser Postkarten störten sich jedoch nicht daran, Werbung für ein bestimmtes Etablissement zu machen, ausschlaggebend war das Bedürfnis, Freunde, Bekannte oder Familienangehörige teilhaben zu lassen an dem Sonntagsausflug oder dem Besuch eines Restaurants“, erläutert Lioba Meyer. Die Dokumentation umfasst ein Konglomerat unterschiedlicher Motive, die sich allesamt dem Zeitvertreib, der Unterhaltung, der Geselligkeit, dem Spaß und der Freude widmen.

Angaben zum Buch:
Lioba Meyer (Hg.)
Mit Vergnügen. Ansichtskarten aus der Sammlung Werner Schäfer
Isensee Verlag, Oldenburg 2016
Preis: 16 Euro